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Rund 1.400 Euro Bürgerengagement-Auszahlung für den Aktionstag des Vereins Schmerzfrei

Der Aktionstag Schmerzfrei e.V. – Unterstützung und Begleitung von Menschen mit chronischen Schmerzen im Landkreis Pfaffenhofen des neu gegründeten gleichnamigen Vereins, informierte die rund 80 Besucher im voll besetzten Hofbergsaal des Bürgerzentrums über die vielseitigen Ansätze zur Schmerztherapie und -bewältigung.

In ihrer Eröffnungsrede wies die 1. Vorsitzende Petra Helfer darauf hin, dass es sich bei der Veranstaltung um ein im Rahmen des Bürgerengagements gefördertes LEADER-Kleinprojekt mit Unterstützung durch die Lokale Aktionsgruppe (LAG) des Landkreises Pfaffenhofen a.d.Ilm. handelt. Der Verein erhielt schnell und unbürokratisch einen Zuschuss in Höhe von 1.416,63 Euro. 90 % davon kamen aus dem LEADER-Fördertopf, die restlichen 10 % bezahlte die LAG aus eigener Tasche.

Als erste Referentin erläuterte Frau Dr. Sonja Lisch, Ärztliche Leitung des Interdisziplinären Schmerzzentrums (ISZ) des AMEOS Klinikums St. Elisabeth Neuburg, die Entstehung und Chronifizierung von Schmerzen. Sie erklärte, wie zunächst rein physische Schmerzempfindungen durch psychosoziale Prozesse wie depressive Verstimmungen in einen Teufelskreis münden können. Den Zuhörern wurde dabei das Konzept der multimodalen Schmerztherapie nähergebracht, bei der medikamentöse Behandlung, physikalische Therapie und psychotherapeutische Maßnahmen Hand in Hand gehen, um den Patienten positive Impulse zu vermitteln. Besonders hervorzuheben ist das in der Schmerztagesklinik angebotene Behandlungsprogramm, das über drei bis zehn Wochen individuell auf die Bedürfnisse der Patienten abgestimmte Einzel- und Gruppenanwendungen – auch für Kinder – umfasst.

Ein weiterer programmatischer Höhepunkt war der fachliche Input von Herrn Dr. Robert Varga, Chefarzt der Klinik für Konservative Orthopädie, Manuelle Medizin und Schmerzmedizin der Sana Klinik München. Er betonte ebenfalls die wichtige Rolle der Bewegung zur Vorbeugung von Muskelabbau, der die Schmerzproblematik zusätzlich verschärfen kann. Im Rahmen seines Vortrags stellte er das stationäre ANOA-Konzept vor, bei dem Patienten über einen Zeitraum von 14 bis 17 Tagen multimodal behandelt werden – von gezielten, bildgestützten Injektionen im Rückenbereich bis hin zur intensiven manuellen Therapie durch erfahrene Physiotherapeuten.

Den Abschluss der Vortragsreihe bildete ein lebhafter und praxisnaher Vortrag/Workshop der Therapeutin und Neuroathletik-Trainerin Tatjana Kilian. Mit großer Leidenschaft stellte sie die Trainingsmethode der Neuroathletik vor, die das Nervensystem in den Mittelpunkt rückt. Durch gezielte Tests und Übungen werden das visuelle, vestibuläre und propriozeptive System optimiert, sodass Bewegungen effizient gesteuert und Schutzmechanismen aufgelöst werden können. Dieses Konzept findet nicht nur im Spitzensport, sondern ebenso in der Rehabilitation und Prävention Anwendung.

Der Aktionstag des Vereins Schmerzfrei e.V. machte deutlich, wie interdisziplinäre Ansätze in der Schmerztherapie neue Perspektiven eröffnen und den Weg zu mehr Lebensqualität ebnen können. Ganz im Sinne des Bürgerengagements wurde die Vernetzung unter den Patienten gestärkt, der Austausch zwischen Ärzten, Therapeuten und Wegbegleitern gefördert und mit interessanten Vorträgen Aufklärungsarbeit geleistet.

Dr. Sonja Lisch und Vorsitzende Petra Helfer beim Aktionstag „Schmerzfrei“
Bild- und Textquelle: Alexander Helfer