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„Transparenz – das ist die Zukunft“

Pfaffenhofen, Mai 2016. Jeden Tag erreichen uns Hiobsbotschaften aus der Lebensmittelindustrie: Plastikteilchen in der Schokolade – Unkrautvernichter im Bier. Die Verbraucher sind verunsichert. Wer weiß schon, was im Brot verarbeitet ist, das wir täglich zu uns nehmen? Genau hier setzt das Projekt „Weg der Nahrung: Vom Korn zum Brot“ der Bäckerei Wiesender an und liefert mit einem Lehrpfad, Bäckergarten und einer Schaubäckerei“ Antworten.

„Transparenz – das ist die Zukunft“, sagt Karl Wiesender. „Die Kunden werden immer kritischer und möchten sehen, wie ihre Lebensmittel hergestellt werden. In dieser Transparenz, die wir mit unserem Projekt schaffen, sehe ich eine Chance für die Landwirtschaft und für das Bäckerhandwerk“.

Das Konzept überzeugte auch den 1. Lenkungsausschuss der Lokalen Aktionsgruppe Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm e.V. im November 2015 und somit war das Projekt bereit für den LEADER-Förderantrag beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Ingolstadt.

Nun, im April 2016 hat der Projektträger Karl Wiesender vom AELF Ingolstadt mit dem Vorzeitigen Maßnahmenbeginn (VZ) das Okay bekommen, mit ersten Maßnahmen zu beginnen. Überreicht wurde der VZ persönlich von Irmgard Neu-Schmid (links), AELF Ingolstadt, und Carmen Glaser, LAG-Managerin.

„Unsere erste Maßnahme wird das Feinkonzept sein – wie genau soll unser Lehrpfad aussehen, welche Beschilderungen und Erklärungen benötigen wir?“, erläutert Wiesender. Ein pädagogisches Team werde die verschiedenen Elemente nach den Bedürfnissen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen konzipieren. „Die Kinder als eine unserer Zielgruppen sollen bei der Gestaltung auch ein Mitspracherecht bekommen“. So plant die Bäckerei gemeinsam mit Pfaffenhofener Medien einen Wettbewerb für Kinder, die zeigen können, wie sie sich den Spielplatz im Bäckergarten vorstellen.

Aktuell wird auf der Baustelle der Bäckerei Wiesender am Stadtrand von Pfaffenhofen schon fleißig gebaut, denn die gesamte Produktion der Bäckerei wird dort auf einem Areal von 8000 Quadratmetern neu errichtet. „Das, was für die Bäckerei betriebsnotwendig ist, wie Produktion, Verkauf und Café, wird von der EU natürlich nicht gefördert“, stellt Karl Wiesender klar. Beantragt habe er beim AELF die Förderung des geplanten Informationszentrums – in Zahlen bedeutet das 156.705 Euro. Dies sind 30 Prozent der förderfähigen Kosten von insgesamt 522.350 Euro. Die Kosten für den Unterhalt trägt später auch die Bäckerei und jeder kann kostenlos durch den Lehrpfad gehen und sich informieren.

Das Informationszentrum soll einen Lehrpfad mit Informationstafeln und Elementen im Innen-und Außenbereich, einen Bäckergarten mit Anbauflächen für verschiedene Getreidesorten, Sinnesstationen zur Sensibilisierung für das Thema Korn und Brot sowie interaktive Elemente zur nachhaltigen Wissensvermittlung beinhalten.

Dies sei laut Bäckermeister Wiesender vor allem für Schulen und Kindergärten sehr interessant. „Kinder können in der Lehrbackstube spielerisch das Bäckerhandwerk kennen lernen, in dem sie Plätzchen, Brezeln oder Mürbeteig backen. Auch Jugendliche und Erwachsene erhalten Einblick in das Handwerk.“ Geplant seien außerdem Veranstaltungen wie Erntedankfeste sowie ein Tag der offenen Tür.

Auch LEADER-Koordinatorin Irmgard Neu-Schmid vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ingolstadt erklärt, dass die geförderte Schaubäckerei und der „Weg der Nahrung – vom Korn zum Brot“ ein wichtiges Projekt im Sinne der Lokalen Entwicklungsstrategie der LAG-Landkreis Pfaffenhofen ist. „Mit diesem Projekt wird ein ganzheitlicher Ansatz zur Regionalen Wertschöpfung durch ein beispielhaftes Bildungsangebot zum wichtigen landwirtschaftlichen Produkt Getreide und dem Grundnahrungsmittel Brot für alle Bevölkerungsgruppen geschaffen“.

Die Eröffnung steht noch nicht genau fest – angestrebt wird April 2017. Dann ist der Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm um ein Bildungsprojekt reicher.

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